predigt über matthäus 10: Jesu Auftrag, Widerstand und Gottes Beistand

Bibelkommentar
predigt über matthäus 10: Jesu Auftrag, Widerstand und Gottes Beistand
Matthäus 10 · Lutherbibel 1912
Matthäus 10 (Lutherbibel 1912)
“Und er rief seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Macht über die unsauberen Geister, daß sie sie austrieben und heilten allerlei Seuche und allerlei Krankheit. Die Namen aber der zwölf Apostel sind diese: der erste Simon, genannt Petrus, und Andreas, sein Bruder; Jakobus, des Zebedäus Sohn, und Johannes, sein Bruder; Philippus und Bartholomäus; Thomas und Matthäus, der Zöllner; Jakobus, des Alphäus Sohn, Lebbäus, mit dem Zunamen Thaddäus; Simon von Kana und Judas Ischariot, welcher ihn verriet. Diese zwölf sandte Jesus, gebot ihnen und sprach: Gehet nicht auf der Heiden Straße und ziehet nicht in der Samariter Städte, sondern gehet hin zu den verlorenen Schafen aus dem Hause Israel. Geht aber und predigt und sprecht: Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen. Macht die Kranken gesund, reinigt die Aussätzigen, weckt die Toten auf, treibt die Teufel aus. Umsonst habt ihr's empfangen, umsonst gebt es auch. Ihr sollt nicht Gold noch Silber noch Erz in euren Gürteln haben, auch keine Tasche zur Wegfahrt, auch nicht zwei Röcke, keine Schuhe, auch keinen Stecken. Denn ein Arbeiter ist seiner Speise wert. Wo ihr aber in eine Stadt oder einen Markt geht, da erkundigt euch, ob jemand darin sei, der es wert ist; und bei demselben bleibet, bis ihr von dannen zieht. Wo ihr aber in ein Haus geht, so grüßt es; und so es das Haus wert ist, wird euer Friede auf sie kommen. Ist es aber nicht wert, so wird sich euer Friede wieder zu euch wenden. Und wo euch jemand nicht annehmen wird noch eure Rede hören, so geht heraus von demselben Haus oder der Stadt und schüttelt den Staub von euren Füßen. Wahrlich ich sage euch: Dem Lande der Sodomer und Gomorrer wird es erträglicher gehen am Jüngsten Gericht denn solcher Stadt. Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe; darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben. Hütet euch vor den Menschen; denn sie werden euch überantworten vor ihre Rathäuser und werden euch geißeln in ihren Schulen. Und man wird euch vor Fürsten und Könige führen um meinetwillen, zum Zeugnis über sie und über die Heiden. Wenn sie euch nun überantworten werden, so sorget nicht, wie oder was ihr reden sollt; denn es soll euch zu der Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt. Denn ihr seid es nicht, die da reden, sondern eures Vaters Geist ist es, der durch euch redet. Es wird aber ein Bruder den andern zum Tod überantworten und der Vater den Sohn, und die Kinder werden sich empören wider die Eltern und ihnen zum Tode helfen. Und ihr müsset gehaßt werden von jedermann um meines Namens willen. Wer aber bis an das Ende beharrt, der wird selig. Wenn sie euch aber in einer Stadt verfolgen, so flieht in eine andere. Wahrlich ich sage euch: Ihr werdet mit den Städten Israels nicht zu Ende kommen, bis des Menschen Sohn kommt. Der Jünger ist nicht über seinen Meister noch der Knecht über den Herrn. Es ist dem Jünger genug, daß er sei wie sein Meister und der Knecht wie sein Herr. Haben sie den Hausvater Beelzebub geheißen, wie viel mehr werden sie seine Hausgenossen also heißen! So fürchtet euch denn nicht vor ihnen. Es ist nichts verborgen, das es nicht offenbar werde, und ist nichts heimlich, das man nicht wissen werde. Was ich euch sage in der Finsternis, das redet im Licht; und was ihr hört in das Ohr, das predigt auf den Dächern. Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, und die Seele nicht können töten; fürchtet euch aber vielmehr vor dem, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle. Kauft man nicht zwei Sperlinge um einen Pfennig? Dennoch fällt deren keiner auf die Erde ohne euren Vater. Nun aber sind auch eure Haare auf dem Haupte alle gezählt. So fürchtet euch denn nicht; ihr seid besser als viele Sperlinge. Wer nun mich bekennet vor den Menschen, den will ich bekennen vor meinem himmlischen Vater. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmlischen Vater. Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu erregen gegen seinen Vater und die Tochter gegen ihre Mutter und die Schwiegertochter gegen ihre Schwiegermutter. Und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein. Wer Vater oder Mutter mehr liebt denn mich, der ist mein nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt denn mich, der ist mein nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist mein nicht wert. Wer sein Leben findet, der wird's verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird's finden. Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Wer einen Propheten aufnimmt in eines Propheten Namen, der wird eines Propheten Lohn empfangen. Wer einen Gerechten aufnimmt in eines Gerechten Namen, der wird eines Gerechten Lohn empfangen. Und wer dieser Geringsten einen nur mit einem Becher kalten Wassers tränkt in eines Jüngers Namen, wahrlich ich sage euch: es wird ihm nicht unbelohnt bleiben.”
Aussendung im jüdischen Umfeld des 1. Jahrhunderts
Matthäus 10 steht in einer Phase des Wirkens Jesu, in der er seine Jünger nicht nur lehrt, sondern zu einem konkreten Dienst aussendet. Die Jünger bewegen sich dabei zunächst „zu den verlorenen Schafen aus dem Hause Israel“. Das entspricht dem Erwartungshorizont Israels: Viele warteten auf Gottes Handeln, auf Rettung, Umkehr und die Wiederherstellung. Die Verkündigung vom „Himmelreich“ bedeutet nicht bloß eine religiöse Idee, sondern die herannahende Königsherrschaft Gottes, die sich praktisch zeigt.
In der damaligen Welt war „Autorität“ oft an Status, Bildung, Patronage und finanzielle Mittel gebunden. Jesu Weisungen laufen bewusst dagegen: Die Jünger sollen ohne Vorrat und ohne aufwendige Reiseausrüstung unterwegs sein. Das sollte ihnen einerseits handlungsfähig halten und andererseits ihr Vertrauen markieren: Gott statt eigene Kontrolle.
Zugleich ist Matthäus realistisch: Gemeinden und öffentliche Plätze waren Orte von Konflikten. Jesus beschreibt Ablehnung, Geringschätzung und sogar institutionelle Gewalt. Ein Wort „auf den Dächern“ erinnert daran, dass die Verkündigung nicht versteckt bleibt, sondern öffentlich Raum einnimmt. Damit verbindet der Text Mission mit Ausdauer: Der Dienst folgt dem Weg Jesu, bis hin zu Leid und notwendiger Konsequenz.
Worte Jesu: „Himmelreich ist nahe“ und die Sendung
In Matthäus verwendet Jesus häufig die Formulierung „Himmelreich“, eine spezifische matthäische Ausdrucksweise für „Reich Gottes“. Inhaltlich geht es um Gottes königliches Handeln: Der Begriff beschreibt nicht nur eine Zukunftsidee, sondern eine Gegenwart, in der Gott durch Wort und Tat aufrichtet, heilt und neu ordnet. Der Ton ist zugleich dringlich („nahe herbeigekommen“): Verkündigung ist mit Entscheidung verknüpft.
Auch die Begriffe rund um „Aussendung“ und „Macht“ sind wichtig: Jesus gibt den Jüngern Bevollmächtigung, die über reine Gesprächskompetenz hinausgeht. Dennoch bleibt die Qualität ihres Dienstes nicht von eigener Leistung abhängig. „Umsonst habt ihr’s empfangen“ betont die Herkunft der Kraft und zugleich die Ethik des Gebens: Dienst soll frei sein, ohne Verkaufslogik oder Garantieanspruch.
Schließlich ist der Abschnitt über Furcht sprachlich getragen von Kontrasten: Menschen können den Leib töten, aber nicht endgültig über Seele und Zukunft verfügen. Die Pointe zielt auf Vertrauen: Gottes Vater-Sorge trägt den Jünger, auch wenn äußerer Druck wächst.
Bevollmächtigt zum Dienst: Heilung, Verkündigung und Freiheit
Matthäus 10 beginnt nicht mit Strategien, sondern mit Beauftragung. Jesus „ruft“ die Zwölf zu sich und gibt ihnen „Macht über die unsauberen Geister“, dazu die Möglichkeit, „Seuche und … Krankheit“ zu heilen. Diese Reihenfolge ist geistlich aufschlussreich: Der Auftrag steht in direkter Verbindung mit Gottes Wirken. Mission ist bei Jesus nie Selbstinszenierung, sondern Teilnahme an Gottes Autorität, die Menschen befreit.
Gleichzeitig bleibt die Verkündigung zentral: Die Jünger sollen sagen: „Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen.“ Heilung ist damit nicht nur humanitäre Hilfe, sondern ein Zeichen, dass Gottes Königtum in die Gegenwart hineinbricht. Der Dienst zielt auf Umkehr und Glauben, nicht allein auf sichtbare Besserung.
Besonders eindrücklich ist die Konsequenz: „Umsonst habt ihr’s empfangen, umsonst gebt es auch.“ Das setzt Maßstäbe für Motivation und Umgang mit Ressourcen. Wer das Evangelium aus eigener Leistung verkauft, verliert die Grundlage. Wer dagegen empfangen hat, kann ohne Besitzbindung geben. In der praktischen Logik des Textes bedeutet das auch eine Art „Entschärfung“ von Angst: Wer mit geringem Gepäck reist, übt Vertrauen ein – und verhindert, dass der Dienst von materieller Sicherheit gesteuert wird.
Die konkreten Anweisungen (kein Gold, keine Silberreserven, keine Tasche zur Wegfahrt, nicht „zwei Röcke“, keine überflüssige Ausrüstung) sind dabei nicht als Gesetz zur Armut zu lesen, sondern als Symbol gelebten Vertrauens und als Schutz vor Ablenkung. Jesus macht den Auftrag nicht kompliziert, sondern eindeutig. Er will, dass die Jünger sich auf das Wesentliche konzentrieren: Verkündigung und Liebe in der Kraft Gottes.
Aussendung und Prioritäten: „Geht hin“ statt Revierdenken
Jesus bestimmt den geographischen und geistlichen Fokus: „Gehet nicht auf der Heiden Straße und ziehet nicht in der Samariter Städte, sondern gehet hin zu den verlorenen Schafen aus dem Hause Israel.“ Das wirkt auf den ersten Blick exklusiv, ist aber im Matthäus-Kontext Teil eines konsequenten Programms: Zuerst gilt die Einladung und der Ruf an das Volk, das in der Geschichte Gottes steht und die Verheißungen kennt. Gleichzeitig ist dieses „Zuerst“ kein Ausschluss auf ewig, sondern ein zeitlicher und pastoraler Schritt.
Entscheidend ist jedoch die Art, wie Mission organisiert werden soll. Jesus sagt den Jüngern: Wenn sie ankommen, sollen sie sich erkundigen, „ob jemand darin sei, der es wert ist“, und dann „bei demselben bleibet“. Das Wort „bleibet“ wirkt gegen ständiges Wechseln aus Unsicherheit oder aus Performance-Druck. Der Dienst braucht Stabilität: Wer eine Botschaft bringt, soll auch Raum geben, dass sie verstanden und angenommen wird.
Auch die Haus-Regel ist bemerkenswert: „Wo ihr aber in ein Haus geht, so grüßt es.“ Und dann: „so es das Haus wert ist, wird euer Friede auf sie kommen.“ Friede ist hier nicht nur Höflichkeit, sondern eine geistliche Gabe. Wird sie angenommen, wirkt sie; wird sie zurückgewiesen, „wendet sich euer Friede wieder zu euch“. Das zeigt: Die Verkündigung ist nicht manipulierend. Es gibt Würde in der Abweisung – und gleichzeitig Verantwortung für den nächsten Schritt.
Wenn Menschen „euer Rede hören“ nicht wollen, soll das Team Konsequenzen ziehen: „geht heraus… und schüttelt den Staub von euren Füßen.“ Diese Handlung ist sinnbildlich: Sie unterstreicht Ernst, ohne Verachtung zu kultivieren. Das Evangelium zwingt niemanden. Doch es bleibt wahrheitsgemäß und rein: Wer hört, erlebt Gottes Nähe; wer ablehnt, wird ohne falsche Beruhigung in die Verantwortung entlassen.
Furchtlos reden: Widerstand, Gottes Geist und Beharrlichkeit
Der Text wechselt vom Auftrag zur Realität. Jesus stellt die Jünger mitten in einen Spannungsraum aus Gefahr und göttlicher Begleitung. „Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe“: Das Bild entlarvt falsche Erwartungen. Die Jünger sollen nicht als kämpferische Sieger denken, sondern als gefährdete Zeugen, die dennoch von Gott getragen sind.
Darum gelten zwei Eigenschaften: „klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben.“ Klugheit meint Umsicht: nicht naiv sein, nicht provozieren, aber auch nicht verstecken. Ohne Falsch bedeutet, dass die Botschaft nicht durch Tricks verwässert werden darf. Mission braucht Wahrhaftigkeit – gerade wenn Umstände ungünstig sind.
Jesus warnt vor institutionellem Druck: Man wird euch „überantworten“, „geißeln“, vor „Fürsten und Könige“ führen „um meinetwillen“. Solche Szenen beschreiben nicht nur emotionale Ablehnung, sondern reale Konflikte. Umso tröstlicher ist die Zusage: „Sorget nicht, wie oder was ihr reden sollt; denn es soll euch zu der Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt.“ Die Jünger sollen nicht in Panik vorbereiten, als müssten sie aus eigener Kraft argumentieren. Stattdessen betont Jesus: „Eures Vaters Geist ist es, der durch euch redet.“
Dazu kommt die Dynamik innerhalb von Familien: „Bruder… zum Tod“, „Vater den Sohn“, „Kinder… wider die Eltern“. Diese Härte macht deutlich: Das Evangelium stellt nicht nur die öffentliche Haltung infrage, sondern auch Loyalitäten im Privaten.
Trotz allem lautet die Linie: „Wer aber bis an das Ende beharrt, der wird selig.“ Beharrlichkeit ist keine sture Härte, sondern treues Festhalten an Gottes Weg, wenn Widerstand sich steigert. Der Text schließt die Logik ab: „Der Jünger ist nicht über seinen Meister“ – wer Jesus folgt, geht denselben Weg. Doch das bedeutet nicht Hoffnungslosigkeit, sondern Gemeinschaft mit Christus.
Frieden oder Schwert? Treue zu Jesus über Bindungen hinaus
In Matthäus 10 erwartet man vielleicht zuerst Harmonie, doch Jesus sagt: „Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, Frieden zu senden… Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert.“ Damit meint er nicht, dass Jesus Streit liebt. Vielmehr beschreibt er die unvermeidliche Spaltung, die entsteht, wenn Wahrheit offenbar wird. Wo das Himmelreich verkündigt wird, müssen Menschen Position beziehen.
Der Text nennt konkrete Bruchlinien: „Menschen zu erregen gegen seinen Vater“, „Tochter gegen … Mutter“. Diese Formulierungen wirken hart und sind zugleich pastoral ehrlich. Das Evangelium kann bestehende Gewissheiten erschüttern – und Beziehungen unter Druck setzen, wenn Liebe zu Jesus höher bewertet wird als jede andere Loyalität. Deshalb heißt es: „Wer Vater oder Mutter mehr liebt denn mich, der ist mein nicht wert.“ Nicht Geringschätzung der Familie ist gemeint, sondern die Rangordnung: Jesus fordert Vorrang, weil er das Ziel des Lebens ist.
„Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist mein nicht wert.“ Kreuz bedeutet nicht bloß Leid allgemein, sondern Nachfolge unter Kosten. Das unterscheidet sich von einer allgemeinen Lebensphilosophie: Es geht um den Weg Jesu, auch wenn er Ablehnung nach sich zieht.
Die paradoxe Lebensformel bringt den Kern: „Wer sein Leben findet, der wird’s verlieren; und wer sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s finden.“ Das ist kein Aufruf zur Selbstaufgabe ohne Richtung, sondern eine geistliche Ökonomie: Wer sein Leben als Selbstzweck festhält, verliert den Sinn. Wer es in Jesu Auftrag hingibt, entdeckt es in Gottes Perspektive neu.
Schließlich zeigt Jesus, wie diese Rangordnung bis in kleine Gesten reicht: „Wer dieser Geringsten einen nur mit einem Becher kalten Wassers tränkt in eines Jüngers Namen…“ bleibt nicht unbeachtet. Mission ist nicht nur Bühne, sondern auch unscheinbare Treue. Gottes Beurteilung sieht bis zum Letzten.
So wendest du Matthäus 10 heute an
1) Setze das Evangelium vor deine Strategie: Die Jünger werden nicht zuerst zu „Erfolgsplänen“ geschult, sondern zu Verkündigung und Dienst. Frag dich im Gebet: Was ist gerade meine nächste Gehorsams-Schritt? Ein Gespräch, ein Gebet, ein Besuch, ein praktischer Dienst.
2) Übe Freiheit von Status und Absicherung: Jesu Anweisungen gegen übermäßigen Besitz sind ein Herz-Thema. Du musst nicht wörtlich wie damals reisen, aber prüfe: Wovon abhängig ist dein Zeugnis? Ist es „erst, wenn ich Zeit/Kompetenz/Geld habe“? Ein kleinerer, vertrauensvoller Dienst kann mehr Nachfolge ausdrücken als große Pläne.
3) Rechne mit Widerstand, und bleib trotzdem freundlich: Jesus fordert Klugheit und Unverfälschtheit. Wenn Menschen abweisen, geh den nächsten Schritt ohne verbitterten Ton. „Staub abschütteln“ heißt: Wahrheit ernst nehmen, aber nicht hassen.
4) Vertraue auf Gottes Geist bei Gesprächen: Statt dich innerlich zu panzernd zu „überreden“, bete vor dem Gespräch: „Vater, gib mir Worte und Sanftmut.“
5) Lebe Treue in kleinen Dingen: Ein Becher Wasser steht für konkrete Fürsorge. Gerade dort, wo niemand applaudiert, zeigt sich der Glaube.
So wird aus einer Bibellesung eine Nachfolge im Alltag: mutig, beharrlich, und getragen von Gottes Nähe.
Verwandte Bibelstellen
Markus 6,7-13
Auch dort sendet Jesus Jünger aus und verbindet Verkündigung mit Heilung sowie einer einfachen Lebensweise.
Lukas 10,1-9
Die Aussendung von Boten mit ähnlichen Hinweisen zu Unterkunft, Frieden und dem Nahesein des Reiches Gottes.
Apostelgeschichte 5,29
„Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“ spiegelt Jesu Warnung vor Verfolgung und Zeugnis unter Druck.
Römer 12,17-21
Paulus betont Friedfertigkeit und den Verzicht auf Vergeltung – passend zu Jesu Umgang mit Ablehnung.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet die Aussendung in der predigt über matthäus 10 konkret für Christen heute?
Sie zeigt, dass Mission aus Gottes Vollmacht und aus freiem Dienst entsteht: Verkündige das Himmelreich, handle liebevoll und gib ohne Verkaufslogik. Obgleich sich die äußeren Reiseanweisungen ändern, bleibt die innere Haltung entscheidend: Vertrauen, Klarheit und Beharrlichkeit.
Warum sagt Jesus, er bringe nicht Frieden, sondern das Schwert (Matthäus 10)?
Jesus meint keine Freude an Streit, sondern die Realität, dass Wahrheit Entscheidungen erzwingt. Wo das Evangelium angenommen oder abgelehnt wird, entstehen Spannungen – auch in Beziehungen. Der „Schwert“-Gedanke betont die Ernsthaftigkeit der Nachfolge.
Wie kann man furchtlos reden, wenn man Ablehnung oder Verfolgung erlebt?
Matthäus 10 macht Mut: „Zu der Stunde“ wird gesprochen werden, was nötig ist, weil Gottes Geist durch die Jünger redet. Praktisch hilft: vorher beten, in Sanftmut antworten, und die Konsequenz annehmen, wenn Menschen nicht hören.
Was heißt „Umsonst habt ihr’s empfangen, umsonst gebt es auch“?
Das meint, dass Gottes Gnade kein Produkt ist. Dienst für Jesus soll nicht aus Gewinnstreben oder Selbstsicherung erfolgen. Wer empfangen hat, kann geben: Zeit, Aufmerksamkeit, Heilung im übertragenen Sinn, Gebet und praktische Hilfe.
Ein kurzes Gebet
Herr Jesus, sende uns in unserer Umgebung mit deiner Wahrheit. Befreie uns von Angst und von der Abhängigkeit von Besitz, Ansehen oder perfekten Worten. Lass deinen Geist in uns reden, wenn wir Zeugnis geben, und schenke uns Klugheit ohne Falsch. Stärke uns, wenn Beziehungen unter Druck geraten, und halte uns treu bis ans Ende. Amen.








