predigt zu matthäus 25 35-40: Dem König dienen durch Barmherzigkeit

predigt zu matthäus 25 35-40: Dem König dienen durch Barmherzigkeit

Bibelkommentar

predigt zu matthäus 25 35-40: Dem König dienen durch Barmherzigkeit

Matthäus 25,35-40 · Lutherbibel 1912

Kurz gesagt: In der predigt zu matthäus 25 35-40 wird deutlich: Beim Gericht zählt, wie du den Nächsten in konkreten Notlagen behandelt hast. Jesus nennt Hungernde, Durstige, Fremde, Nackte, Kranke und Gefangene. Wer in Tat und Mitgefühl handelt, dient ihm selbst. So wird Barmherzigkeit zum Maßstab des Glaubens.

Matthäus 25,35-40 (Lutherbibel 1912)

“Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeist. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränkt. Ich bin Gast gewesen, und ihr habt mich beherbergt. Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich bekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir gekommen. Dann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dich gespeist? oder durstig und haben dich getränkt? Wann haben wir dich als einen Gast gesehen und beherbergt? oder nackt und dich bekleidet? Wann haben wir dich krank oder gefangen gesehen und sind zu dir gekommen? Und der König wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich ich sage euch: Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.”

Zwischen Gerichtsschilderung und gelebter Barmherzigkeit

Matthäus 25 gehört in den großen Redebogen Jesu über das Ende der Zeit und die Bereitschaft des Volkes Gottes. In dieser Sprachwelt geht es weniger um abstrakte Religiosität als um eine sichtbare Glaubenspraxis. Die Empfänger in dem Text sind keine „Projektideen“, sondern Menschen, die im Alltag verwundbar waren: Hunger bedeutete reale Unsicherheit. Durst war besonders in trockenen Regionen existenziell. „Gast“ sein oder jemanden beherbergen war kulturell bedeutsam, weil Reisen, fehlende Familiennetzwerke und begrenzte Unterkünfte häufig zu Abhängigkeit führten. „Nackt“ meint hier nicht eine bloße Nacktheit, sondern fehlenden Schutz und fehlende Würde durch Armut oder Ausgrenzung. Krankheit machte Menschen gesellschaftlich klein und bedürftig; Gefangenschaft bedeutete oft rechtliche Willkür oder Schuldknechtschaft.

Leer Más:  abraham isaak opfer bibelstelle: Gottes Prüfung und Abrahams Gehorsam (1. Mose 22,2)

Zugleich zeigt die Szene, dass die handelnden Gerechten sich selbst nicht als Retter verstehen. Ihre Antwort klingt ehrfürchtig und überrascht: Sie fragen nach dem Zeitpunkt, an dem sie dem König begegnet seien. Das weist darauf hin, dass echtes Mitgefühl nicht „auf Punkte“ zielt, sondern aus Liebe fließt. Im jüdischen Verständnis war Nächstenliebe eng mit Gottesfurcht verbunden. Praktische Barmherzigkeit wurde daher als Teil eines echten Gottesverhältnisses verstanden – nicht als Nebensache.

Subir