alle bibelstellen zur aussendung der und zum verkündigingsaufruf jesu

Bibelkommentar
alle bibelstellen zur aussendung der und zum verkündigingsaufruf jesu
Historischer Hintergrund: Wie Jesus aussendet
In der Zeit Jesu war das Leben stark von religiöser Bildung, Synagogen und Erwartung des kommenden Gottesreiches geprägt. Viele hörten auf Lehrer und Rabbinen, doch Jesus stellte sich zugleich selbst als die zentrale Stimme Gottes dar. Sein Verkündigungsaufruf war nicht bloß eine Idee, sondern ein konkreter Auftrag, der in den Alltag hineinwirkte.
Im Neuen Testament sehen wir wiederholt, dass Jesus Menschen zu sich ruft, ihnen Verantwortung gibt und sie dann in bestimmte Orte sendet. Dabei geht es weniger um „Leistung“ als um Gehorsam gegenüber Gottes Reich. Die Aussendungen folgen oft einer Vorbereitung durch Zeit bei Jesus: Lernen, Nachfolge, Gebet, praktische Erfahrungen. Danach werden die Gesandten in den Dörfern und Städten gebraucht, um zu verkündigen, zu lehren und zu dienen.
Diese Mission geschieht in einer Spannung: Es gibt Öffnung und Glauben, aber auch Widerstand. Jesus macht darauf aufmerksam, dass Ablehnung möglich ist. Zugleich ermutigt er, nicht aus Angst zu handeln, sondern treu zu bleiben. Die Botschaft bleibt fokussiert: „Das Reich Gottes ist nahe“, Umkehr, Vertrauen und die Einladung zum Glauben. Seine Aussendung endet nicht beim Reden; sie zeigt sich auch in der Art, wie die Gesandten handeln: demütig, abhängig von Gott und bereit zu dienen.
Hinweis zu Schlüsselworten (griechisch)
Bei den Aussendungen Jesu tauchen im Griechischen besonders Begriffe auf wie „apostellō“ (senden, beauftragen) und „keryssein“ (verkündigen, predigen). „Apostellō“ betont, dass der Auftrag nicht aus eigener Autorität entsteht, sondern von Christus ausgeht: Gesandte handeln im Namen dessen, der sie sendet. „Keryssein“ verweist auf eine öffentliche, ausrufende Verkündigung—nicht bloß auf private Belehrung. Dazu kommt oft „euangelion“ (Evangelium/Gute Nachricht), also die frohe Botschaft vom Reich Gottes.
In der Darstellung des Verkündigungsaufrufs begegnet außerdem die Betonung von „metanoia“ (Umkehr) sowie „pisteuein“ (glauben). Diese Wörter zeigen: Jesus ruft zu einer Herzenswendung und zu einer vertrauensvollen Antwort auf Gottes Handeln. Wenn Menschen ausgesendet werden, ist die Aufgabe daher nicht nur „Information“, sondern eine Einladung zur lebendigen Antwort auf den Christus.
1) Der Ursprung des Auftrags: Jesus ruft, dann sendet er
Wenn wir auf die Bibelstellen zur Aussendung und zum Verkündigungsaufruf Jesu schauen, fällt eine Linie besonders auf: Der Auftrag beginnt bei Christus selbst. Jesus „ruft“ (zieht Menschen zu sich), formt sie durch Nachfolge und betraut sie danach mit dem Dienst. Das schützt vor einem falschen Missionsverständnis, das nur Aktivismus kennt, aber nicht Jüngerschaft.
Der Verkündigungsaufruf ist dabei nicht vage. Jesus gibt konkrete Anweisungen: wohin man geht, wie man predigt, wie man mit den Menschen umgeht und worauf man sich verlassen darf. Sein Ziel ist nicht, dass Gesandte ihre eigenen Ideen „durchziehen“, sondern dass sie Gottes Botschaft weitergeben. Die Sendung ist daher immer zugleich Christusbezug: Die Botschaft, die sie tragen, ist das Reich Gottes—und der Auftrag zeigt, dass Gott handeln will.
In den Erzählungen über die Aussendung sehen wir auch, dass Jesus seine Jünger schult. Er lehrt sie, betont Gebet, bereitet sie auf Gefahr und Ablehnung vor und macht deutlich, dass Treue wichtiger ist als sichtbarer Erfolg. Das ist theologisch bedeutsam: Mission ist nicht primär „Ergebnismanagement“, sondern Gehorsam gegenüber dem Herrn.
Zugleich ist der Auftrag dringend. Jesus spricht von der Nähe Gottes und ruft zur Umkehr. Verkündigung ist darum Zeit- und Herzenssache: Menschen sollen hören, entscheiden und leben. Damit wird klar: Aussendung ist mehr als ein Event—sie ist eine Lebensrichtung. Wer sich senden lässt, ordnet sein Leben dem Evangelium unter und trägt die Botschaft so, dass sie glaubwürdig wird.
2) Inhalt und Haltung: Reich Gottes, Umkehr und standhaftes Vertrauen
Die Verkündigung in den Aussendungsberichten hat einen klaren Kern. Jesus will, dass seine Gesandten „vom Reich Gottes“ sprechen und zur Umkehr rufen. Diese Botschaft ist nicht nur religiöse Information, sondern ein Ruf zur Entscheidung: Gott ist nahe, und darum soll das Herz umkehren.
Gleichzeitig zeigt Jesus eine besondere Haltung für den Auftrag: Demut und Abhängigkeit. Die Jünger sollen nicht prahlen, nicht auf Machtmittel setzen und nicht mit falscher Sicherheit auftreten. Vielmehr sollen sie in der Autorität handeln, die ihnen von Christus gegeben wird. Ihre Worte sollen mit ihrem Verhalten zusammenstimmen. Genau deshalb betont Jesus auch die praktische Seite: Wie man reagiert, wie man Menschen begegnet, wie man einen Ort respektiert.
Wichtig ist außerdem der Realismus gegenüber Widerstand. In den Geschichten ist Ablehnung möglich—manche hören zu, andere verschließen sich. Jesus bereitet darauf vor. Das nimmt Druck aus der Motivation: Mission hängt nicht an der Zustimmung der Menschen, sondern an der Treue zum Auftrag. Wer aus Angst beginnt, wird schnell müde. Wer aus dem Vertrauen auf Jesus dient, kann auch schwere Begegnungen aushalten.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Ausrichtung auf Gott statt auf Selbstinszenierung. Die Gesandten sollen nicht „im Vordergrund“ stehen, sondern das Evangelium. Und doch ist die Sendung ernst: Wer hört, hört Christus; wer widersteht, widersteht nicht bloß einer Gruppe, sondern dem Ruf Gottes. So entsteht eine klare geistliche Verantwortung—ohne Hektik, aber ohne Gleichgültigkeit.
Wenn wir diese Elemente zusammennehmen, erkennen wir das Muster: Auftrag (Sendung) + Botschaft (Reich Gottes/Umkehr) + Haltung (demütig, standhaft, gehorsam).
Heute glauben und dienen: Wie wir dem Aussendungsauftrag folgen
Die Frage ist nicht nur: „Was tat Jesus damals?“, sondern: „Wie folgt ein heutiger Christ dem Verkündigungsaufruf?“ Praktisch heißt das vor allem drei Schritte.
Erstens: Jüngerschaft vor Aktion. Der Auftrag entsteht nicht aus bloßem Wunsch, sondern aus Nähe zu Christus. Nimm dir Zeit für Gebet, Wort und Gehorsam im Alltag. Wenn du Jesus „hörst“, wird Verkündigung glaubwürdig. Manchmal beginnt der Weg zur Mitarbeit nicht mit Reden, sondern mit Dienen: Besuch, Betreuung, praktische Hilfe.
Zweitens: Klarer Inhalt. Wenn wir verkündigen, soll das Zentrum das Evangelium vom Reich Gottes bleiben: Gottes Ruf zur Umkehr und die Einladung zum Glauben an Christus. Such daher nach Gelegenheiten, in denen du das Evangelium verständlich weitergeben kannst—z.B. über Gespräch, Zeugnis, Bibelstudium im Kleinen, oder das Teilen dessen, was Gott in deinem Leben wirkt.
Drittens: Standhaftigkeit. Ablehnung oder Zurückweisung gibt es auch heute. Das bremst nicht den Auftrag, sondern fordert Vertrauen. Plane realistisch: Manche Gespräche tragen sofort Frucht, andere erst später. Bleibe gehorsam, lass die Ergebnisse bei Gott und setze auf Treue.
So wird aus dem biblischen Muster eine Lebensform: Jesus sendet auch heute durch Menschen. Dein nächster Schritt könnte sein, bewusst eine Sendungsgelegenheit zu suchen (Ort, Person, Thema) und dafür konkret zu beten.
Verwandte Bibelstellen
Matthäus 9,35-38
Jesus zeigt den missionarischen Auftrag als Antwort auf die Not: Arbeiter werden erbeten und die Botschaft wird gelehrt.
Matthäus 10,5-16
Die Aussendung der Jünger mit konkreten Anweisungen zur Verkündigung und zum Umgang mit Ablehnung.
Lukas 10,1-16
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Markus 6,7-13
Jesus sendet die Zwölf aus und gibt ihnen Vollmacht zum Dienst, verbunden mit Verkündigung und Bußruf.
Johannes 20,21
Der Missionsimpuls wird weitergeführt: Wie der Vater Jesus gesandt hat, so sendet Christus die Jünger.
Häufig gestellte Fragen
Welche Bibelstellen zeigen am deutlichsten, dass Jesus Menschen zur Verkündigung aussendet?
Besonders klar wird es in den Aussendungsberichten über die Jünger: Matthäus 10 sowie Lukas 10 beschreiben Auftrag, Reise und Verkündigungsziel. Ergänzend zeigen Markus 6 und die Erzählung nach der Auferstehung (Johannes 20,21) den fortdauernden Missionsauftrag.
Worum ging es in der Verkündigung der von Jesus Gesandten?
Im Zentrum steht die Botschaft vom Reich Gottes und der Ruf zur Umkehr. Jesus macht deutlich, dass die Gesandten Gottes Einladung weitertragen. Dazu gehört eine Haltung der Demut, Standhaftigkeit gegenüber Ablehnung und ein Dienst, der zum Evangelium passt.
Wie sollen Gesandte mit Ablehnung umgehen, ohne den Auftrag aufzugeben?
Jesus bereitet seine Jünger darauf vor, dass nicht alle hören werden. Die Antwort lautet nicht Streit oder Rückzug, sondern Treue: weitergeben, was Gott anvertraut, und den Ruf respektvoll verkündigen. Ergebnisse überlässt man Gott.
Wie kann ich den Auftrag heute praktisch leben, wenn ich nicht „predigen“ kann?
Verkündigung umfasst mehr als das öffentliche Reden. Du kannst durch Zeugnis, Gebet, Gespräch, Dienst an Bedürftigen und das Teilen von Bibelworten mitwirken. Wichtig ist, dass dein Handeln und Reden Christus ähnlich werden.
Ein kurzes Gebet
Herr Jesus Christus, du hast Menschen gerufen und ausgesandt, damit dein Reich nahegebracht werde. Stärke auch uns in deinem Auftrag: gib uns Nähe zu dir, ein hörendes Herz und Mut zur Verkündigung. Bewahre uns vor Selbstvertrauen und lass unsere Worte mit unserem Leben übereinstimmen. Wenn Menschen ablehnen, halte uns standhaft. Segne unsere Gespräche, Dienste und Gebete, damit viele dein Evangelium glauben. Amen.








