12 Apostel: Namen, Aufgaben und ihre Bedeutung

Die 12 Apostel Jesu waren der engste Kreis seiner Jünger und wurden von ihm als besondere Gesandte ausgewählt. Zu ihnen gehörten Simon Petrus, Andreas, Jakobus, Johannes, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Thomas, Jakobus der Jüngere, Thaddäus, Simon der Zelot und Judas Iskariot.
Nach dem Tod Jesu wurde Matthias an die Stelle des Judas Iskariot gewählt. Die Zwölf stehen für die Verbindung Jesu mit den zwölf Stämmen Israels und bilden im Neuen Testament den Kern der ersten christlichen Verkündigung.
Was die 12 Apostel im Neuen Testament waren
Das Wort Apostel stammt aus dem Griechischen und bezeichnet einen Gesandten oder Beauftragten. Im engeren Sinn meint „die Zwölf“ den von Jesus gebildeten Kreis ausgewählter Jünger, die ihn begleiteten, seine Botschaft hörten und später als Zeugen seines Lebens und seiner Auferstehung auftraten.
Die Evangelien berichten, dass Jesus Menschen aus unterschiedlichen Lebensbereichen berief. Unter ihnen waren Fischer, ein Zöllner und politisch unterschiedlich gesinnte Männer. Ihre Verschiedenheit zeigt, dass der Apostelkreis keine einheitliche gesellschaftliche oder politische Gruppe war.
Die Bezeichnungen Jünger und Apostel sind deshalb nicht völlig gleichbedeutend. Jünger waren grundsätzlich Menschen, die Jesus nachfolgten und von ihm lernten; die Zwölf bildeten innerhalb dieser größeren Gruppe einen besonderen Kreis mit einer ausdrücklichen Sendung.
Kerngedanke: Die Zahl zwölf bezeichnet nicht nur zwölf einzelne Personen, sondern auch die symbolische Erneuerung des Gottesvolkes im Anschluss an die zwölf Stämme Israels.
Wie Sie die Namen der 12 Apostel richtig zuordnen
Die Namen der Apostel stehen vor allem in den sogenannten Apostellisten der Evangelien. Sie finden sich in Matthäus 10,2–4, Markus 3,16–19 und Lukas 6,14–16; eine weitere Aufzählung erscheint in Apostelgeschichte 1,13, dort bereits im Zusammenhang mit der Zeit nach Jesu Himmelfahrt.
Die Listen stimmen im Kern überein, verwenden aber teilweise unterschiedliche Namen oder Beinamen. Eine zuverlässige Zuordnung gelingt mit diesen Schritten:
- Beginnen Sie mit den Brüderpaaren: Simon Petrus und Andreas sowie Jakobus und Johannes gehören zu den bekanntesten Paaren.
- Ordnen Sie die besonders bekannten Personen zu: Philippus, Bartholomäus, Matthäus und Thomas werden in den Evangelien jeweils mit eigenen Szenen verbunden.
- Beachten Sie die Namensvarianten: Thaddäus wird in manchen Überlieferungen Judas, Sohn des Jakobus, zugeordnet.
- Trennen Sie Judas Iskariot von Judas, Sohn des Jakobus: Es handelt sich um zwei verschiedene Personen.
- Ergänzen Sie Matthias: Er gehörte nicht zum ursprünglichen Kreis während Jesu Wirken, wurde aber später als Ersatz für Judas Iskariot bestimmt.
Die Reihenfolge der Namen ist in den biblischen Listen nicht immer gleich. Simon Petrus steht meist an erster Stelle, während Judas Iskariot gewöhnlich am Ende genannt wird. Das weist nicht auf eine vollständig festgelegte Rangordnung aller anderen Apostel hin.
Welche Namen die 12 Apostel trugen
Die folgende Liste unterscheidet den ursprünglichen Kreis von der späteren Ergänzung. Bei einigen Personen sind die Informationen knapp; zuverlässige Quellen berichten nicht über alle Stationen ihres späteren Lebens.
- Simon Petrus: Fischer, Bruder des Andreas und eine führende Gestalt unter den Zwölf.
- Andreas: Bruder des Simon Petrus und einer der zuerst berufenen Jünger.
- Jakobus, Sohn des Zebedäus: Bruder des Johannes und Teil des engsten Jüngerkreises.
- Johannes: Bruder des Jakobus und in den Evangelien häufig gemeinsam mit Petrus und Jakobus genannt.
- Philippus: Ein Apostel, der im Johannesevangelium mehrfach als Vermittler zu anderen Menschen erscheint.
- Bartholomäus: In der kirchlichen Tradition oft mit Nathanaël aus dem Johannesevangelium verbunden.
- Matthäus: In Matthäus 9 als Zöllner beschrieben und mit dem Namen Levi verbunden.
- Thomas: Bekannt für seine Fragen und für seine Begegnung mit dem auferstandenen Jesus im Johannesevangelium.
- Jakobus, Sohn des Alphäus: Auch „Jakobus der Jüngere“ genannt, über den die Quellen nur wenig berichten.
- Thaddäus: In manchen Listen als Judas, Sohn des Jakobus, bezeichnet.
- Simon der Zelot: Durch seinen Beinamen von Simon Petrus unterschieden.
- Judas Iskariot: Der Apostel, der Jesus den religiösen Autoritäten auslieferte und später aus dem Kreis ausschied.
Welche Aufgabe Simon Petrus unter den Aposteln hatte
Simon erhielt von Jesus den Beinamen Petrus, der mit „Fels“ verbunden ist. Die Evangelien nennen ihn außerdem Kephas, eine aramäische Bezeichnung, die ebenfalls mit dem Bild des Felsens zusammenhängt. Weil in den Quellen häufig zuerst von ihm die Rede ist, wird er als herausgehobene Gestalt unter den Zwölf wahrgenommen.
Petrus gehört gemeinsam mit Jakobus und Johannes zu den Jüngern, die Jesus bei besonderen Ereignissen mitnimmt. Dazu zählen nach den Evangelien die Auferweckung der Tochter des Jairus, die Verklärung und das Gebet Jesu am Ölberg.
Seine Rolle ist jedoch nicht nur von Stärke geprägt. Petrus bekennt sich zu Jesus, versteht dessen Weg aber nicht immer und verleugnet ihn während der Gefangenschaft. Nach den Berichten des Johannesevangeliums wird seine Beziehung zu Jesus anschließend durch ein Gespräch über Verantwortung und Fürsorge neu bestimmt.
Warum Andreas, Jakobus und Johannes besonders häufig genannt werden
Andreas ist der Bruder des Petrus. Im Johannesevangelium wird er als jemand dargestellt, der seinen Bruder zu Jesus führt. In den synoptischen Evangelien gehören Andreas, Petrus, Jakobus und Johannes zu den Fischern am See Gennesaret, die ihre bisherige Tätigkeit verlassen, um Jesus zu folgen.
Jakobus und Johannes waren Söhne des Zebedäus. Jesus gab ihnen den Beinamen Boanerges, der in Markus 3 mit einem Ausdruck für „Donnersöhne“ erklärt wird. Beide werden in mehreren Szenen zusammen mit Petrus erwähnt und zählen damit zum inneren Kreis der Jünger.
Jakobus, der Sohn des Zebedäus, ist der erste der Zwölf, dessen Tod im Neuen Testament ausdrücklich berichtet wird. Apostelgeschichte 12 schildert, dass König Herodes Agrippa I. ihn mit dem Schwert töten ließ. Der andere Jakobus, der Sohn des Alphäus, darf mit ihm nicht verwechselt werden.
Welche Informationen es über Philippus und Bartholomäus gibt
Philippus nimmt im Johannesevangelium eine erkennbare Vermittlerrolle ein. Er stammt wie Andreas und Petrus aus Bethsaida und spricht Nathanaël auf Jesus an. In einem weiteren Abschnitt bringt Philippus die Bitte griechischsprachiger Menschen vor, Jesus sehen zu dürfen.
Die Evangelien nach Matthäus, Markus und Lukas nennen Bartholomäus, während das Johannesevangelium in seinen Apostellisten diesen Namen nicht verwendet. Dort begegnet stattdessen Nathanaël, der von Philippus zu Jesus geführt wird. Die kirchliche Tradition setzt beide Personen häufig gleich, doch die biblischen Texte formulieren diese Gleichsetzung nicht ausdrücklich.
Bartholomäus ist wahrscheinlich ein Vatersname: „Bar-Tolmai“ bedeutet sinngemäß „Sohn des Tolmai“. Der Name beschreibt damit ursprünglich die Herkunft einer Person, während Nathanaël als persönlicher Name verstanden wird. Diese sprachliche Beobachtung erklärt, warum die Verbindung beider Namen plausibel erscheint.
Was Matthäus als ehemaliger Zöllner kennzeichnet
Matthäus wird in Matthäus 9 als Zöllner bezeichnet. Zöllner arbeiteten im Umfeld der römischen Steuerverwaltung und waren bei vielen Menschen unbeliebt, weil sie mit einer fremden Herrschaft verbunden wurden und ihr Beruf als moralisch problematisch galt.
Die Berufung des Matthäus verdeutlicht, dass Jesus Menschen nicht nur aus angesehenen oder religiös anerkannten Gruppen auswählte. Der Text betont vielmehr, dass Gottes Ruf soziale Grenzen überschreitet. Matthäus wird in der Apostelliste des Evangeliums nach Matthäus genannt, während Markus und Lukas an vergleichbarer Stelle von Levi sprechen.
Ob Matthäus und Levi dieselbe Person sind, wird in der christlichen Tradition meist bejaht. Die Namen zeigen jedoch, dass die Evangelien unterschiedliche Überlieferungen oder Namensformen bewahren können. Sicher ist: Der Zöllner Matthäus gehört nach der Matthäusüberlieferung zu den Zwölf.
Warum Thomas nicht nur für Zweifel steht
Thomas wird auch Didymus genannt, ein griechisches Wort mit der Bedeutung „Zwilling“. Im Johannesevangelium tritt er als eigenständiger und mutiger Gesprächspartner auf. Als Jesus nach Judäa zurückkehren will, obwohl dort Gefahr besteht, reagiert Thomas mit der Bereitschaft, mit ihm zu gehen.
Bekannt ist vor allem die Szene nach der Auferstehung. Thomas war bei einer ersten Begegnung der anderen Jünger mit dem auferstandenen Jesus nicht anwesend und verlangt daraufhin eine nachvollziehbare Bestätigung. Als Jesus ihm begegnet, führt die Erzählung nicht einfach zu einer Verurteilung des Thomas, sondern zu einem persönlichen Bekenntnis.
Die Bezeichnung „ungläubiger Thomas“ verkürzt daher seine Rolle. Die Texte zeigen einen Jünger, der Fragen stellt, Beweise verlangt und schließlich zu einer tiefen Einsicht gelangt. Für viele Leser steht Thomas deshalb auch für einen Glauben, der mit ehrlicher Prüfung und Unsicherheit umgehen muss.
Wer Jakobus der Jüngere, Thaddäus und Simon der Zelot waren
Über Jakobus, den Sohn des Alphäus, enthalten die Evangelien nur wenige persönliche Angaben. Er wird häufig „Jakobus der Jüngere“ oder „der Kleine“ genannt. Diese Bezeichnung muss nicht zwingend sein Alter beschreiben; sie kann ihn auch von Jakobus, dem Sohn des Zebedäus, unterscheiden.
Thaddäus erscheint in der Liste bei Matthäus und Markus. Lukas nennt an entsprechender Stelle Judas, den Sohn des Jakobus. Viele christliche Ausleger verstehen Thaddäus und diesen Judas als dieselbe Person, wobei die Namensüberlieferung nicht in allen Einzelheiten geklärt ist.
Dieser Judas darf nicht mit Judas Iskariot verwechselt werden. Das Johannesevangelium unterscheidet ausdrücklich zwischen dem Jünger Judas und dem Judas, der Jesus auslieferte. In der späteren christlichen Verehrung wird Thaddäus häufig als Judas Thaddäus bezeichnet.
Simon der Zelot wird durch seinen Beinamen von Simon Petrus unterschieden. Das griechische Wort kann auf eine besondere religiöse Eifrigkeit hinweisen; ob Simon tatsächlich Mitglied einer konkreten politischen Bewegung war, lässt sich aus den kurzen Apostellisten nicht sicher ableiten.

Welche Rolle Judas Iskariot im Kreis der Zwölf spielte
Judas Iskariot gehört in den Evangelien zunächst eindeutig zu den Zwölf. Er wird als derjenige beschrieben, der Jesus den führenden Priestern ausliefert. Die Gründe für sein Handeln werden in den verschiedenen Texten unterschiedlich akzentuiert, unter anderem durch Geld, innere Verführung und den Einfluss des Bösen.
Der Beiname „Iskariot“ wird unterschiedlich gedeutet. Eine eindeutige Erklärung liefern die neutestamentlichen Schriften nicht. Nach der Gefangennahme Jesu bereut Judas seine Tat in der Matthäusüberlieferung; sein Tod wird dort und in der Apostelgeschichte unterschiedlich dargestellt.
Judas’ Geschichte macht sichtbar, dass die Zugehörigkeit zum Kreis der Zwölf nicht automatisch bedeutet, dass jeder Einzelne treu bleibt. Die Evangelien verschweigen die schmerzhafte Krise im engsten Jüngerkreis nicht und bewahren deshalb auch eine ambivalente Erinnerung an seine Person.
Wie Matthias Judas Iskariot ersetzte
Nach dem Ausscheiden des Judas war der Kreis der Zwölf zunächst nicht vollständig. In Apostelgeschichte 1 sprechen die versammelten Jünger darüber, dass ein Mann ergänzt werden soll, der Jesus von der Zeit der Taufe durch Johannes bis zur Himmelfahrt begleitet hatte.
Vorgeschlagen wurden Justus, der auch Barsabbas genannt wird, und Matthias. Die Gemeinschaft betete und bestimmte anschließend durch ein Los Matthias. Damit wird nicht behauptet, Matthias sei während Jesu öffentlichem Wirken prominenter gewesen als die anderen, sondern dass er die notwendige Kontinuität des apostolischen Zeugnisses verkörperte.
Nach dieser Wahl nennt die Apostelgeschichte Matthias noch einmal im Zusammenhang mit den Zwölf. Über sein weiteres Leben berichtet das Neue Testament nichts. Spätere Überlieferungen verbinden ihn mit verschiedenen Missionsgebieten, sind aber historisch nicht einheitlich gesichert.
Namenshilfe: Zum ursprünglichen Kreis gehört Judas Iskariot; nach seinem Ausscheiden wird Matthias genannt. Deshalb begegnen Ihnen je nach Zusammenhang zwölf unterschiedliche Namen.
Was der Unterschied zwischen den 12 Aposteln und Paulus ist
Paulus war kein Mitglied des ursprünglichen Zwölferkreises während Jesu irdischem Wirken. Er bezeichnet sich selbst dennoch als Apostel, weil er seine Sendung auf eine Begegnung mit dem auferstandenen Christus und einen besonderen Auftrag zur Verkündigung zurückführt.
Im Neuen Testament wird Paulus besonders als Gesandter zu den Völkern dargestellt. Seine Briefe zeigen, dass er für die Ausbreitung des Christentums außerhalb des jüdischen Landes eine herausragende Bedeutung hatte. Seine apostolische Autorität wird in einigen Gemeinden allerdings auch diskutiert und von ihm selbst ausführlich begründet.
Die Zwölf und Paulus sind daher nicht einfach dieselbe Gruppe. Die Zahl zwölf bezeichnet den besonderen Kreis, während „Apostel“ im weiteren Sinn auch andere von Jesus oder der frühen Kirche gesandte Personen umfassen kann. In Römer 16 wird beispielsweise eine Person namens Junia im Zusammenhang mit den Aposteln genannt; die genaue Auslegung dieser Stelle ist in der Forschung und in christlichen Traditionen unterschiedlich.
Warum die Zahl zwölf eine besondere Bedeutung besitzt
Die Zahl zwölf erinnert an die zwölf Stämme Israels, die aus den Söhnen Jakobs hervorgegangen sind. Wenn Jesus zwölf Apostel beruft, wird darin ein Zeichen für die Sammlung und Erneuerung des Gottesvolkes gesehen. Die Apostel sind somit nicht nur zwölf Prediger, sondern auch symbolische Repräsentanten.
Diese Bedeutung wird in Matthäus 19 und Lukas 22 aufgenommen. Dort wird den Zwölf eine besondere Zukunftsaufgabe im Zusammenhang mit den Stämmen Israels zugesprochen. Die Texte verbinden ihre Sendung mit der Hoffnung auf Gottes kommende Herrschaft.
Auch die Offenbarung des Johannes greift die Zahl auf. Das himmlische Jerusalem wird dort mit zwölf Toren, zwölf Engeln und den Namen der zwölf Stämme verbunden; die Grundsteine tragen die Namen der zwölf Apostel des Lammes. Diese Bildsprache zeigt, wie eng Apostelzahl und Gottesvolk miteinander verknüpft sind.
Welche Aufgaben Jesus den Aposteln übertrug
Die Zwölf sollten Jesus begleiten, seine Lehre hören und sie später weitergeben. In Markus 3 wird ihre Berufung mit drei Aufgaben verbunden: bei Jesus zu sein, verkündigen zu können und Vollmacht zur Austreibung von Dämonen zu erhalten.
In Matthäus 10 sendet Jesus die Zwölf aus. Sie sollen die Nähe der Gottesherrschaft verkünden, Kranke heilen und Menschen in Not beistehen. Die Sendung ist dabei nicht als bequeme Reise beschrieben, sondern als Aufgabe mit möglicher Ablehnung, Unsicherheit und Abhängigkeit von Gastfreundschaft.
Die Apostel sind außerdem Zeugen. In der Apostelgeschichte wird besonders hervorgehoben, dass die frühen Verkündiger den auferstandenen Jesus bezeugen. Ihr Auftrag besteht deshalb nicht nur in der Weitergabe von Lehrsätzen, sondern in der öffentlichen Deutung eines Geschehens, das sie selbst erlebt oder als Auferstehungszeugen überliefert bekommen haben.
Wie die Apostel in den vier Evangelien dargestellt werden
Die Evangelien zeichnen kein einheitliches Gruppenporträt. Manche Apostel erhalten eigene Szenen, andere erscheinen fast ausschließlich in den Namenslisten. Petrus, Johannes, Thomas und Matthäus werden besonders ausführlich oder markant beschrieben, während über Jakobus den Sohn des Alphäus kaum persönliche Einzelheiten bekannt sind.
Die Zwölf verstehen Jesus häufig nur schrittweise. Sie streiten über Rang und Größe, fragen nach Gleichnissen und fliehen bei seiner Gefangennahme. Diese Darstellung macht sie nicht zu idealisierten Helden, sondern zu Menschen, die lernen, scheitern und ihre Aufgabe erst nach und nach begreifen.
Gleichzeitig überliefert das Neue Testament ihre spätere Verantwortung. In der Apostelgeschichte treten Petrus und Johannes als Verkündiger auf; andere Apostel werden als Teil der Jerusalemer Gemeinde genannt. Die Quellen wollen damit zeigen, dass die christliche Botschaft nicht bei der Erinnerung an Jesus stehen bleibt.
Wie sich die Namen in Kunst und christlicher Tradition unterscheiden
In Kirchen und Kunstwerken werden die Apostel oft mit Erkennungszeichen dargestellt. Petrus trägt häufig einen Schlüssel, Andreas ein Andreaskreuz, Thomas einen Winkel oder eine Lanze und Matthäus ein Buch oder einen Geldbeutel. Diese Zeichen stammen überwiegend aus späteren Traditionen und sind nicht im selben Umfang direkt aus dem Neuen Testament ableitbar.
Die Zuordnung kann regional unterschiedlich sein. Besonders bei Bartholomäus, Matthias, Thaddäus und Jakobus dem Jüngeren begegnen verschiedene Attribute, weil spätere Legenden ihre Lebenswege und Todesarten unterschiedlich überliefert haben.
Auch Gedenktage und Namen variieren zwischen den Konfessionen und Kirchenkalendern. Ein Feiertag oder ein Patronat ist daher kein Beweis für eine bestimmte historische Einzelheit. Für die biblische Einordnung sollten Sie zuerst die Evangelien und die Apostelgeschichte heranziehen.
Welche Irrtümer bei den 12 Aposteln häufig vorkommen
Ein verbreiteter Irrtum besteht darin, alle Personen mit dem Namen Judas gleichzusetzen. Judas Iskariot und Judas, Sohn des Jakobus, sind jedoch zwei verschiedene Jünger. Ebenso müssen die beiden Apostel namens Simon und die beiden namens Jakobus auseinandergehalten werden.
Ein weiterer Irrtum betrifft Maria Magdalena. Sie war eine bedeutende Jüngerin und nach den Evangelien eine Zeugin der Auferstehung, wird aber nicht zu den zwölf Aposteln gezählt. In der modernen Diskussion wird ihre apostolische Bedeutung häufig besonders hervorgehoben, doch das ändert nicht die biblische Zusammensetzung des Zwölferkreises.
Auch der Begriff „Apostel“ ist weiter als die Zahl zwölf. Wer in einer Liste Paulus, Barnabas oder andere missionarische Personen als Apostel findet, entdeckt daher nicht automatisch einen Widerspruch. Entscheidend ist, ob „Apostel“ im engen Sinn für die Zwölf oder im weiteren Sinn für christliche Gesandte verwendet wird.
Wie Sie die biblischen Texte zu den Aposteln lesen können
Für eine sorgfältige Beschäftigung mit den Zwölf empfiehlt sich ein Vergleich mehrerer Stellen. Beginnen Sie nicht mit späteren Legenden, sondern mit den Berufungs- und Apostellisten. Danach können Sie die Szenen lesen, in denen einzelne Jünger handeln, fragen oder scheitern.
- Für die Namen: Matthäus 10,2–4, Markus 3,16–19 und Lukas 6,14–16.
- Für die Nachwahl des Matthias: Apostelgeschichte 1,12–26.
- Für Thomas: Johannes 11,16; Johannes 14,5 und Johannes 20,24–29.
- Für die Berufung des Matthäus beziehungsweise Levi: Matthäus 9,9 und die parallelen Berichte in Markus 2 und Lukas 5.
- Für die Sendung der Zwölf: Matthäus 10, Markus 6 und Lukas 9.
- Für die Bedeutung der Zahl zwölf: Matthäus 19,28, Lukas 22,30 und Offenbarung 21.
Lesen Sie dabei die jeweilige Stelle im Zusammenhang. Eine einzelne Bemerkung über einen Apostel beantwortet nicht automatisch Fragen zu seinem gesamten Leben. Die biblischen Texte sind bei manchen Personen ausführlich und bei anderen sehr knapp; diese Unterschiede sollten nicht durch erfundene Details ausgeglichen werden.
Welche Bedeutung die 12 Apostel für das Christentum haben
Die Zwölf stehen für eine Gemeinschaft, die Jesus sammelt, ausbildet und aussendet. Ihre Bedeutung beruht nicht darauf, dass jeder Apostel gleich bekannt wäre, sondern auf ihrer gemeinsamen Funktion als Zeugen der Jesusüberlieferung und als Grundgestalten der frühen Kirche.
Ihre Geschichte enthält zugleich unterschiedliche Erfahrungen: Berufung, Nähe, Missverständnis, Angst, Verrat, Vergebung und neue Verantwortung. Dadurch erscheinen die Apostel nicht als fehlerlose Vorbilder, sondern als Menschen, an denen sichtbar wird, wie eine Glaubensgemeinschaft mit Vertrauen und Versagen umgeht.
Wenn Sie die Namen der 12 Apostel lernen möchten, helfen die vier Gruppen: zuerst Petrus und Andreas, dann Jakobus und Johannes, anschließend Philippus, Bartholomäus, Matthäus und Thomas sowie zuletzt Jakobus der Jüngere, Thaddäus, Simon der Zelot und Judas Iskariot. Für die Zeit nach Judas Iskariot tritt Matthias an seine Stelle.
Häufig gestellte Fragen
Waren die 12 Apostel alle gleichzeitig mit Jesus unterwegs?
Die Evangelien beschreiben die Zwölf als einen besonderen Kreis während Jesu öffentlichem Wirken. Nicht jede Szene nennt alle Personen, und einzelne Apostel treten deutlich stärker hervor als andere. Die Texte gehen jedoch davon aus, dass sie gemeinsam zu Jesus gehörten, von ihm unterrichtet und zur Verkündigung ausgesandt wurden.
Ist Paulus einer der 12 Apostel?
Paulus gehört nicht zum ursprünglichen Zwölferkreis, der Jesus während seines irdischen Wirkens begleitete. Er bezeichnet sich dennoch als Apostel, weil er seine Berufung auf eine Begegnung mit dem auferstandenen Christus und eine besondere Sendung zu den Völkern zurückführt. „Apostel“ kann daher im engen oder weiteren Sinn verwendet werden.
Sind Bartholomäus und Nathanaël dieselbe Person?
In der christlichen Tradition werden Bartholomäus und Nathanaël meist gleichgesetzt. Dafür spricht, dass Bartholomäus in den Apostellisten erscheint, während Nathanaël im Johannesevangelium von Philippus zu Jesus geführt wird. Die biblischen Texte sagen jedoch nicht ausdrücklich, dass beide Namen dieselbe Person bezeichnen.
Warum gibt es bei den Aposteln zwei Personen namens Judas?
Judas Iskariot und Judas, der Sohn des Jakobus, sind zwei verschiedene Jünger. Judas Iskariot wird mit der Auslieferung Jesu verbunden. Der andere Judas gehört zum Kreis der Zwölf und wird in manchen Überlieferungen Thaddäus genannt. Die unterschiedlichen Namensformen sorgen deshalb gelegentlich für Verwechslungen.











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