„als ich ein kind war bibelstellen“: Was es heißt, kindlich zu sein und im Glauben zu wachsen

„als ich ein kind war bibelstellen“: Was es heißt, kindlich zu sein und im Glauben zu wachsen
Kurz gesagt: „als ich ein kind war bibelstellen“ verweist auf 1. Korinther 13,11. Paulus beschreibt, dass kindliches Reden, Denken und Urteilen zu einer früheren Phase gehört. Doch Gottes Liebe zielt auf Reife: Was nur vorübergehend „kindlich“ war, wird abgelegt, damit der Glaube erwachsen werden kann. Wachstum zeigt sich nicht in Lautstärke, sondern in Liebe und beständigem Reifewerden.

1. Korinther 13,11 (Lutherbibel 1912)

“Da ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind, urteilte wie ein Kind; da ich aber erwachsen war, tat ich weg, was kindlich war.”

Kontext: Ein Brief über Liebe, Gaben und Reife

Der Abschnitt von 1. Korinther 12 bis 14 greift ein praktisches Problem der Gemeinde in Korinth auf: Viele verstanden geistliche Gaben als Zeichen von Überlegenheit. Inmitten dieser Spannungen setzt Paulus einen Maßstab: Liebe ist der höchste Weg. In 1. Korinther 13 beschreibt er zunächst die Unzulänglichkeit ohne Liebe, dann die Hoffnung und schließlich die Erkenntnis „wie im Spiegelbild“.

In diesem Verlauf fällt 1. Korinther 13,11 wie ein Übergang vom abstrakten Denken in eine anschauliche Lebenswirklichkeit. Paulus erinnert sich selbst: „Da ich ein Kind war …“ – nicht als Ausrede, sondern als Beschreibung eines natürlichen Entwicklungsstadiums. Korinth war voll von Menschen, die geistlich „groß“ sein wollten. Paulus zeigt jedoch: Reife heißt, das zu Ende zu führen, was Gott anfängt. Es geht nicht um die Verherrlichung des Frühstadiums, sondern darum, dass Liebe wächst, bis sie Christus ähnlicher wird.

Wichtig ist auch: Paulus sagt nicht, dass das Kind-Sein an sich Sünde sei. Er unterscheidet vielmehr zwischen dem, was zu einer Phase gehört, und dem, was dauerhaft bleiben darf. „Da ich aber erwachsen war, tat ich weg, was kindlich war“ bedeutet: Bestimmte Denk- und Bewertungsmuster können nicht dauerhaft „später“ werden, sie müssen verändert werden. So wird aus einem Nebeneinander verschiedener Gaben ein Miteinander der Liebe.

Originale Nuancen: „Kind“ und „wegtun“

In 1. Korinther 13,11 verwendet Paulus im Griechischen das Bild von „Kindern“ (griech. *nēpios*). Dieses Wort beschreibt nicht nur ein bestimmtes Alter, sondern oft auch eine Phase der Unreife: eingeschränkte Urteilsfähigkeit, begrenztes Verständnis und entsprechend einfache Kommunikations- und Denkweisen. Das trifft den Kern seines Arguments: Kindlich ist nicht nur die Redeweise, sondern das gesamte Urteil.

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Für „urteilen“ steht bei Paulus ebenfalls eine Ausdrucksform, die das Bewertungs- und Erkenntnisvermögen betrifft. „Redete“, „dachte“ und „urteilte“ zeigen: Im Kindeszustand arbeitet der Verstand anders – er ordnet die Welt anders ein.

Das „wegtun“ (griech. *katargeō*) meint wörtlich eher „außer Wirksamkeit setzen“ oder „unwirksam machen“. Paulus spricht also davon, dass kindliche Denkmuster nicht einfach „ignoriert“ oder „überspielt“ werden, sondern ihre Geltung verlieren. In der Perspektive des Kapitels geht es um Gottes Liebe, die Reife bewirkt: Das Unreife wird durch erwachsenere Erkenntnis und mehr Liebe abgelöst.

1) Kindlich sein: Denken, Reden und Urteilen ohne Reife

„Da ich ein Kind war“ – Paulus setzt mit einer ehrlichen Lebensbeschreibung an. Wer einmal klein war, weiß: Man erkennt nicht alles, man beurteilt schneller als man versteht, und man erwartet sofortige Antworten. Das Bild ist pastoral: Paulus verurteilt nicht das Dasein als Kind, sondern beschreibt den Zustand der begrenzten Reife.

In der Gemeinde von Korinth gab es Menschen, die geistlich „auftrumpften“. Paulus antwortet: Auch wenn man sich kompetent fühlt, kann das Herz ohne Liebe noch immer „kindlich“ denken. Kindliche Muster zeigen sich oft auf drei Ebenen, die Paulus ausdrücklich nennt:

1. „redete wie ein Kind“: Man spricht vielleicht „geistlich“, aber ohne Geduld und ohne den Ton der Liebe.
2. „dachte wie ein Kind“: Man ordnet Gottes Wege zu schnell dem eigenen Gefühl oder der eigenen Vorstellung unter.
3. „urteilte wie ein Kind“: Man bewertet andere nach Kriterien, die zwar laut sind, aber Gottes Maßstab nicht treffen.

Damit trifft Paulus keinen moralischen Leistungsstandard („sei nicht kindlich, sonst…“), sondern einen geistlichen Realitätscheck: Liebe ist die Frucht von Reife. Ohne sie kann selbst „richtige Lehre“ kalt wirken.

Darum sollten wir die Worte nicht nur als „Erwachsen werden“ im allgemeinen Sinn lesen, sondern als Einladung, unsere Maßstäbe zu prüfen. Wo rede ich eher, um recht zu behalten? Wo denke ich eher, um zu gewinnen statt um zu dienen? Wo urteile ich schneller, als ich bereit bin, zu hören?

Paulus zeigt: Reife entsteht nicht durch Selbstverbesserung, sondern durch einen Wandel der inneren Ausrichtung – hin zur Liebe.

2) Erwachsen werden: Was kindlich war, wird abgetan – Liebe bleibt

Paulus beendet sein Bild mit einem klaren Ziel: „da ich aber erwachsen war, tat ich weg, was kindlich war.“ Das klingt endgültig. Doch es meint nicht, dass Kindheit „weggeworfen“ wird, sondern dass ihre Begrenzungen nicht mehr die Leitlinie bestimmen.

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Im Kontext von 1. Korinther 13 steht diese Stelle zwischen Aussagen über Hoffnung und begrenzte Erkenntnis. Wir kennen jetzt „stückweise“, aber Gott bringt Vollendung. So ist Reife in Glaubensdingen nicht einfach „mehr Wissen“, sondern ein anderes Verhältnis zu Gott und Menschen.

Was „kindlich“ war, kann sich unterschiedlich zeigen: Harte Sprache statt barmherziger Worte, Misstrauen statt Vertrauen, schnelle Urteile statt geduldiges Prüfen, religiöse Begeisterung ohne Liebe zur Person.

Das entscheidende Kriterium ist: Liebe bleibt. Paulus hat vorher gezeigt, dass selbst außergewöhnliche Fähigkeiten ohne Liebe „nichts“ sind. Damit verknüpft er Reife direkt mit dem Charakter Gottes.

Praktisch heißt das: Erwachsen werden bedeutet, dass bestimmte Verhaltensmuster nicht länger „wirksam“ bleiben. Wo ich früher vielleicht impulsiv reagiert habe, lerne ich, den anderen zuerst zu verstehen. Wo ich früher vielleicht „nur Recht“ suchte, lerne ich, Wahrheit in Liebe zu sagen.

Das kann schmerzhaft sein, denn jedes Ablegen fordert etwas heraus: Stolz muss kleiner werden, Kontrolle muss losgelassen werden, das eigene „Ich will“ muss dem „Christus, was ist richtig?“ weichen.

Aber Paulus verlegt den Blick nicht auf Selbstdisziplin, sondern auf Gottes Weg: Liebe formt Reife. Je mehr wir Christus ähnlich werden, desto weniger bestimmen kindliche Urteile unser Reden und Denken.

So kannst du „Reife“ konkret üben

1) Nimm deine eigenen Muster ernst. Frag dich im Alltag: Wo urteile ich „wie ein Kind“? Oft ist das nicht nur ein Thema für große Debatten, sondern für alltägliche Reibungen: Missverständnisse, unterschiedliche Meinungen, verletzte Gefühle.

2) Binde deine Worte an Liebe. Wenn du etwas erklären willst, frage: Ist das Ziel, den anderen zu gewinnen oder zu demütigen? Paulus nennt „Reden“ als Teil des kindlichen Zustands. Reife beginnt häufig mit dem Ton. Übe deshalb vor Gesprächen kurz innezuhalten: Was würde Liebe in dieser Situation sagen?

3) Übe langsames Denken. „dachte wie ein Kind“ kann bedeuten, dass wir zu schnell Schlussfolgern. Nimm dir ein: „Ich kann mich irren.“ Das ist keine Schwäche, sondern Reife. Bitte Gott um Weisheit, nicht nur um Recht.

4) Nutze Gottes Maßstab statt nur deinen Verstand. In 1. Korinther 13 geht es um Gottes Liebe als Rahmen. Lies den Abschnitt täglich oder wöchentlich und übertrage ihn auf eine konkrete Beziehung: Wer braucht Geduld? Wer braucht einen anderen Blick? Wer braucht Hilfe ohne Druck?

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5) Erinnere dich: Wachstum ist ein Prozess. Paulus’ Bild ist nicht „entweder oder“, sondern „Phase und Übergang“. Gott arbeitet an uns, bis „kindlich“ nicht mehr das Steuer bestimmt. Reife ist nicht die Abwesenheit von Fehlern, sondern die Bereitschaft, Fehler in Gottes Licht zu korrigieren.

Verwandte Bibelstellen

Matthäus 18,3

Jesus verbindet Umkehr und Neuanfang mit der Haltung eines Kindes.

Römer 12,2

Erneuerung des Denkens führt zu einem anderen, reiferen Lebensstil.

Epheser 4,14-15

Paulus fordert Reife: nicht hin- und hergeworfen werden, sondern in Liebe zu wachsen.

Hebräer 5,12-14

Der Hebräerbrief unterscheidet zwischen Milch und fester Speise als Bild geistlicher Reife.

Häufig gestellte Fragen

Welche Bibelstelle meint „als ich ein kind war bibelstellen“ genau?

Das Zielwort bezieht sich am klarsten auf 1. Korinther 13,11. Dort beschreibt Paulus: „Da ich ein Kind war … da ich aber erwachsen war, tat ich weg, was kindlich war.“ Die Stelle erklärt damit Reife im Glauben als Ablegen kindlicher Denk- und Urteilsmuster.

Heißt „kindlich sein“ automatisch, dass man schlecht ist?

Nein. Paulus beschreibt einen natürlichen Entwicklungszustand. Entscheidend ist, dass das „Kindliche“ seine Leitfunktion verliert, wenn man erwachsen wird. Geistliche Reife zeigt sich besonders darin, dass Liebe bestimmt, wie man redet, denkt und urteilt.

Wie passt das Bild zu 1. Korinther 13 insgesamt?

1. Korinther 13 handelt von Liebe, von Hoffnung und davon, dass unsere Erkenntnis jetzt begrenzt ist. 13,11 ist ein Übergang: So wie Kinder Dinge anders beurteilen, so ist unsere Erkenntnis vorläufig. Reife entsteht durch Gottes Liebe, die uns umformt.

Was kann ich heute konkret tun, um „erwachsen“ im Glauben zu werden?

Beginne bei deinen Beziehungen: Prüfe deine Worte auf Liebe, bremse vorschnelle Urteile und bitte Gott um Weisheit. Lerne, langsamer zu denken und geduldiger zu hören. Wachstum bedeutet oft: kindliche Muster werden „unwirksam“, weil Liebe Christus ähnlich wird.

Ein kurzes Gebet

Herr Jesus Christus, du bist die Liebe in Person. Form in mir, was noch kindlich ist: meinen schnellen Urteilston, mein ungeduldiges Denken, meine Suche nach dem eigenen Vorteil. Lass mich deine Liebe lernen und in mir tragen, damit mein Reden und Denken erwachsen werde. Gib mir Geduld im Prozess und Kraft, falsche Maßstäbe abzulegen. Amen.

Kernaussage: Reife im Glauben bedeutet, dass kindliche Denk- und Urteilsweisen ihre Wirksamkeit verlieren, während Gottes Liebe in uns wächst.
Subir