franz von assisi predigt zu den tieren – was wir von Gottes Frieden lernen

Bibelkommentar
franz von assisi predigt zu den tieren – was wir von Gottes Frieden lernen
Der Ursprung der Erzählung und die christliche Botschaft dahinter
Die berühmte Vorstellung, dass Franz von Assisi zu den Tieren gepredigt habe, stammt vor allem aus franziskanischen Überlieferungen. Sie zeigt einen Heiligen, der die Schöpfung als Geschenk Gottes betrachtet und mit einer bemerkenswerten Sanftmut auf Tiere und Menschen zugeht. Auch wenn Details historisch schwer exakt zu belegen sind, trägt die Erzählung theologische Wahrheit: Gott ist der Herr über alles Leben, und wer ihm begegnet, lernt Demut.
Im Mittelalter war die Verbindung von Frömmigkeit und Schöpfungserleben stark geprägt. Franziskus wird häufig als jemand beschrieben, der nicht herrschen, sondern dienen wollte: weniger als triumphierender Prediger, eher als Bruder und Schwester im weiten Sinn der Schöpfung. In dieser Perspektive wird das „Predigen“ nicht bloß als Lautstärke verstanden, sondern als Zeuge-Sein: eine Lebenshaltung, die zeigt, dass Gottes Liebe sich in Alltag und Gewissen widerspiegelt.
Für Christen heute ist der Punkt weniger, ob jede einzelne Szene exakt so geschah, sondern: Welche Frucht bringt diese Haltung hervor? Frieden, Dankbarkeit, Ehrfurcht und Barmherzigkeit. Wenn Franziskus „zu den Tieren spricht“, erinnert das daran, dass der Schöpfer uns zur verantwortlichen Fürsorge ruft – und dass Heiligkeit nicht nur in Worten, sondern in Handlungen sichtbar wird.
Biblische Sprachgedanken: Schöpfung, Ehrfurcht und Gottes Nähe
Im Alten Testament betont die Schöpfungserzählung, dass alles von Gott gewollt und gut geschaffen ist. Das Wort „Ehrfurcht“ hängt inhaltlich oft mit dem hebräischen Begriff „jare’“ (häufig: Furcht/Respekt vor Gott) zusammen: eine Haltung, die nicht verängstigt, sondern Gott ernst nimmt. Diese Ehrfurcht führt zu Verantwortung gegenüber dem, was Gott anvertraut.
Im Neuen Testament steht besonders der Gedanke im Vordergrund, dass Gottes Sorgfalt umfassend ist. Obwohl das im Text oft nicht auf Tiere fokussiert ist, ist die Logik klar: Gott vergisst nichts von dem, was lebt. Das „Fürchten“ im Sinne von Sorge bzw. Angst wird mit Vertrauen beantwortet.
Darüber hinaus finden sich im Griechischen häufig Worte für „Liebe“ und „Barmherzigkeit“, die Beziehungen prägen sollen – also nicht nur Gedanken, sondern konkrete Nähe. Insgesamt stützt die biblische Sprachrichtung die Idee: Wer Gott kennt, handelt sanft, gerecht und lebensdienlich, weil der Schöpfer hinter allem steht.
1) „Predigen“ beginnt im Herzen: Sanftmut statt Selbstherrlichkeit
Die Erzählung „Franziskus predigt zu den Tieren“ wirkt auf den ersten Blick ungewöhnlich. Aber sie trifft einen Kern des Evangeliums: Glaube zeigt sich zuerst in einer veränderten Haltung. Franz von Assisi wird in der Tradition als jemand beschrieben, der nicht mit Überlegenheit auftrat, sondern mit einer Art ehrfürchtiger Liebe.
Biblisch gibt es dafür wiederholt Muster. Der Herr Jesus stellt die Sanftmut nicht als Schwäche dar, sondern als ein Zeichen der Wahrheit: Gottes Reich wird nicht erzwungen, sondern offenbar im Geist der Liebe. Wer Gott begegnet, bekommt eine neue Perspektive: Nicht alles wird „besetzt“, sondern „geheiligt“ – sogar Beziehungen zu denen, die nicht sprechen können.
Wenn Franziskus „zu den Tieren“ tritt, geschieht vielleicht symbolisch etwas: Er macht sichtbar, dass Gottes Wirklichkeit nicht erst in unserem Reden beginnt. Heiligkeit ist zuerst ein stilles Ja zu Gottes Ordnung: Leben respektieren, nicht zerstören; Fürsorge üben, nicht ausbeuten. Das ist keine Romantik, sondern Verantwortung.
Darum ist der wichtigste Impuls für uns: Prüfe, wie du mit dem Unscheinbaren umgehst. Wie behandelst du das, was keinen Applaus geben kann? Tiere, die im Garten leiden, die Umwelt, die unter Vernachlässigung stöhnt, oder Menschen, die „unter dem Radar“ leben. Im Reich Gottes zählt nicht nur das öffentliche Wort, sondern das gelebte Zeugnis.
So wird aus einer mittelalterlichen Geschichte eine biblische Erinnerung: Gott will, dass unsere Sprache mit der Wahrheit unseres Herzens übereinstimmt. Predigt ist dann echt, wenn sie zu Frieden führt.
2) Gottes Güte für die ganze Schöpfung: Verantwortung als Teil des Glaubens
Die Szene mit den Tieren erinnert daran, dass Schöpfung kein „Nebenthema“ ist. Christen bekennen einen Gott, der alles trägt, erhält und kennt. Das betrifft nicht nur Menschen mit Namen und Kalendern, sondern auch das, was lebt und atmet, ohne dass wir es „rechtfertigen“ könnten.
Hier liegt eine christliche Spannung: Wir dürfen den Menschen als Krone der Schöpfung verstehen, aber nicht als Freibrief. Verantwortung bedeutet: Die Fähigkeit zur Fürsorge ist ein Auftrag, kein Besitzanspruch. Franz von Assisi wird als Beispiel genannt, weil er – so die Überlieferung – die Schöpfung nicht als Feind betrachtete, sondern als Bruder-Sphäre: als Hinweis auf den Schöpfer.
Wenn du „Gottes Frieden in der Schöpfung entdecken“ willst, beginnt es oft praktisch. Wo du Tiere leiden siehst, brauchst du nicht nur Mitgefühl, sondern konkrete Schritte: artgerechte Haltung, Schutz vor Grausamkeit, verantwortliche Nutzung. Wo du Umweltzerstörung siehst, wird aus Glauben eine entschlossene Liebe: Energie sparen, Müll vermeiden, nachhaltiger wirtschaften.
Das Ganze ist kein Ersatz für das Evangelium, sondern Frucht davon. Denn der Heilige Geist erneuert nicht nur die „Sonntagsmeinung“, sondern den ganzen Lebensstil. Wer Gottes Barmherzigkeit erlebt, lernt, barmherzig zu handeln.
Auch das Gebet und das Lob Gottes gehören dazu. Viele Christen entdecken, dass Lobpreis nicht nur im Kirchenraum stattfindet. Man kann Gott danken, wenn man Wind hört, wenn man Tiere beobachtet, wenn man staunt. Staunen ist eine Form des Glaubens, die sich nicht sofort erklären muss.
So wird die Erzählung nicht zu einer Esoterik, sondern zu einem Leitbild: Gottes Güte soll sich in unserem Umgang mit Leben spiegeln.
So wird aus der Geschichte heute gelebter Glaube
Nimm dir diese Woche einen konkreten Schritt vor, der deine Haltung sichtbar macht. Franz von Assisi predigt zu den Tieren – aber du musst nicht Tiere als Bühne wählen. Du musst den Geist dahinter lernen: Frieden, Sanftmut und verantwortliche Liebe.
1) Wähle ein „kleines Feld“ der Fürsorge. Das kann Tierschutz, ein Besuch im Tierheim, die richtige Fütterung von Vögeln, die Unterstützung eines Gnadenhofs oder eine bewusste Entscheidung gegen unnötiges Leiden durch Produkte sein.
2) Formuliere dein Gebet in Handlung um. Zum Beispiel: „Herr, gib mir ein Herz, das schaut und nicht wegschaut.“ Notiere dir anschließend eine konkrete Tat, die du innerhalb von 48 Stunden umsetzt.
3) Überprüfe deine Sprache. Wer sanftmütig sein will, reduziert die abwertenden Worte über „nutzlose“ Dinge oder Menschen. Sprich respektvoll – besonders, wenn niemand zuhört.
4) Gestalte Dank. Mach dir Zeit für einen kurzen Moment des Staunens: draußen, mit einem Spaziergang, mit offenen Augen. Dankbarkeit erdet und verhindert, dass du Glaube nur als Theorie lebst.
5) Bitte um Gottes Frieden. Frieden ist nicht nur Gefühl, sondern Frucht. Darum bete um Ruhe in dir und um Versöhnung in Beziehungen.
Wenn du diese Schritte gehst, wird der Impuls „Predigt zu den Tieren“ zu einer lebendigen Frage: Wird mein Leben zum Segen, weil Gottes Liebe darin erkennbar wird?
Verwandte Bibelstellen
Matthäus 5,9
Selig sind die Friedensstifter; Gottes Geist prägt Beziehungen, nicht nur Worte.
Psalm 145,9
Der HERR ist allen freundlich; seine Güte erstreckt sich über das ganze Geschaffene.
Sprüche 12,10
Ein Gerechter kümmert sich um sein Vieh; Barmherzigkeit zeigt sich im Umgang mit Leben.
Kolosser 1,17
Christus trägt alles; Schöpfung ist nicht gleichgültig, weil Gottes Hand an ihr wirkt.
Römer 8,19-21
Die Schöpfung seufzt und wartet; Hoffnung bewegt zu verantwortlichem Handeln.
Häufig gestellte Fragen
Ist die Erzählung, dass Franz von Assisi zu Tieren predigte, biblisch belegt?
Die konkrete Szene findet sich nicht als direkte Bibelstelle. Sie stammt aus franziskanischer Überlieferung. Biblisch ist aber der Grundgedanke: Gottes Güte gilt weit über Menschen hinaus, und barmherziger Umgang mit Leben gehört zu echtem Glauben.
Was bedeutet „predigt“ in diesem Zusammenhang – wortwörtliche Rede oder Lebenszeugnis?
Im Kern geht es um Lebenszeugnis. „Predigen“ kann bedeuten, dass ein Mensch durch Sanftmut, Ehrfurcht und Fürsorge Gottes Nähe sichtbar macht. Die Wirkung hängt nicht von Lautstärke ab, sondern davon, dass das Herz mit dem Evangelium übereinstimmt.
Wie kann ich als Christ Verantwortung für Tiere und Natur praktisch leben?
Beginne klein: artgerechte Haltung, Unterstützung seriöser Tierschutzarbeit, Vermeidung von unnötigem Leiden, bewusster Konsum und Müllreduktion. Ergänze das mit Gebet und Dank. So wird aus Überzeugung Handeln, und aus Mitgefühl konkrete Barmherzigkeit.
Welche geistliche Haltung steckt hinter der Sanftmut des Franziskus?
Sanftmut entsteht aus dem Vertrauen auf Gottes Reich. Wer weiß, dass Gott trägt und erhält, muss nicht selbst beherrschen. Diese Haltung fördert Frieden, Geduld und Respekt – selbst gegenüber denen, die nicht sprechen können.
Ein kurzes Gebet
Herr Jesus Christus, du bist der Schöpfer und Träger allen Lebens. Schaffe in uns ein Herz, das deine Güte erkennt und deine Wahrheit lebt. Gib uns Sanftmut im Umgang mit Menschen und Ehrfurcht gegenüber der Schöpfung. Lass unser Reden zu Frieden führen und unser Handeln zu Barmherzigkeit. Bewahre uns vor Gleichgültigkeit und lass uns Zeugnis sein – im Alltag, in Gedanken und Taten. Amen.








